Aufruf

Leo Trotzki, führende Figur der Oktoberrevolution in Russland und Gründer der Vierten Internationale, hinterließ ein reichhaltiges politisches Erbe für Menschen, die nach einer Strategie suchen, um gegen die Herrschaft des Kapitals zu kämpfen. Dennoch ist dieses Erbe in Deutschland wenig bekannt – was auch nicht ohne Ironie ist, da Trotzki der deutschen ArbeiterInnenbewegung viel Aufmerksamkeit schenkte.

Wir rufen zur Gründung eines Trotzki-Archivs auf, um dieses Erbe zu verbreiten. Dazu gehören in unseren Augen verschiedene Projekte:

  • Wir möchten Trotzkis Schriften verbreiten, sowohl als preiswerte Broschüren wie auch kostenlos in digitaler Form (wir möchten auch Verlage dabei unterstützen, von ihnen veröffentlichte Texte im Internet zugänglich zu machen).
  • Wir möchten weitere Dokumente der trotzkistischen Bewegung veröffentlichten (so ist „Arbeiter und Soldat“, die trotzkistische Zeitung für Wehrmachtssoldaten im besetzten Frankreich, bisher auf Französisch und Englisch jedoch nicht auf Deutsch erschienen).
  • Wir möchten historische Forschung über die trotzkistische Bewegung in Deutschland vorantreiben, um die Lehren der Erfolge und der Niederlagen zu ziehen (etwa die Forschung über die deutschen TrotzkistInnen 1968).
  • Dazu möchten wir diese Arbeit mit Veranstaltungen der Öffentlichkeit vorstellen, wie wir es bereits mit einer Veranstaltungsreihe über Trotzkis Marxismus oder auch einer Podiumsdiskussion über Trotzkis Faschismusanalyse gemacht haben.

Ein Trotzki-Archiv soll kein akademisches Projekt sein (auch wenn akademische Räume ein Kampffeld darstellen würden). Viel mehr soll es die Erfahrungen der trotzkistischen Bewegung kritisch aufarbeiten, um eine revolutionäre Strategie für heute zu entwickeln. Denn Trotzkis politisches Erbe stellt nichts anderes als die Aufarbeitung der schärfsten Klassenkämpfe der Geschichte dar.

Solche Projekte gibt es bereits in anderen Ländern. Wir haben gute Kontakte zum CEIP León Trotsky in Argentinien und Mexiko (CEIP steht für „Studien-, Forschungs- und Publikationszentrum“), das aktuell die gesammelten Werke Trotzkis in spanischer Sprache herausgibt. In Frankreich gibt es die Forschungszentren CERMTRI und ILT, in England gibt es die Zeitschrift „Revolutionary History“, aber in Deutschland fehlen solche Projekte noch.

Mit diesem Aufruf wollen wir die existierenden Projekte in dieser Richtung, darunter Wolfgang und Petra Lubitz bei Trotsyana.net, Einde O‘Callaghan von Marxists.org oder viele trotzkistische HistorikerInnen nicht klein reden. Wir möchten einen Beitrag zu diesen Arbeiten leisten, um sie zusammenzuführen und zu intensivieren. In diesem Sinne laden wir alle Interessierten zu projektbezogener oder dauerhafter Mitarbeit ein. Kontaktiert uns einfach:

trotzkismus@riseup.net | https://trotzkismus.wordpress.com/

Revolutionäre Internationalistische Organisation (RIO), sympathisierende Sektion der
Trotzkistischen Fraktion – Vierte Internationale (FT-CI) in Deutschlan

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